Archives for Juni 2018

„Fotografie als Performance,
Klamauk und alternative Kunst!“

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Das kann man nun glauben oder nicht. Denn was Polke-Sohn Georg in der
„Schatztruhe“ seines Vaters gefunden hat und im Museum Schloss Morsbroich zeigt,
sind 500 unsignierte und undatierte Fotografien, die – wären sie nicht von Sigmar Polke
– sicher in der Dunkelkammer eines anderen Fotografen im Papierkorb gelandet wären.

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Museum Morsbroich – renovierte Räume

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Ausstellung Sigmar Polke: Fotografie als Anarchie

„Fotografie im Sinne von Sigmar Polke hat eher mit Anarchie als mit Abbild zu tun“
schreibt dann auch die Journalistin Helga Meister in einem Beitrag über diese Ausstellung
(WZ 22.06.18) und berichtet, dass die Zukunft des Leverkusener Museums
„am seidenen Faden hängt“.

Schade eigentlich. Denn sowohl das Schloss als auch Ausstellungsräume und Umgebung
bieten in ihrem Kontrast eine ideale Plattform für die Präsentation
und die Auseinandersetzung mit der Kunst.

 

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Museum Schloss Morsbroich:
Am seidenen Faden?

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Als „ein Haus, das gute Arbeit leistet aber am seidenen Faden hängt“
beschreibt die Journalistin Helga Meister das Museum Morsbroich in Leverkusen,
anlässlich ihres Berichtes über die Ausstellung Sigmar Polke „Fotografien 70-80“
(WZ 22.06.2018).

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Kunstliebhaber sollten sich also beeilen.
Solange der Faden noch nicht gerissen ist, gibt es hier einiges zu entdecken.

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Neben 500 Fotografien des „wilden Sigmar Polke als Fotokünstler“
in der Hauptausstellung (bis 2.09.18) finden wir in der Grafiketage „Gedankenräume“
und „Zeichen an der Wand“ (bis 26.08.2018).

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Kunstgenuss wird hier vielfach mit Kaffee und Kuchen verbunden,
wie die diversen Einladungen ausweisen.
Also vormerken: „Kunst, Kaffe und Kuchen“ bevor der seidene Faden reißt.

 

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Die Anderen:
Fulda, Auschwitz und zurück!

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Kunstverein Fulda e.V.: Kurator Helmut Kopetzky, Fotografien von Wolfgang Schreier

1967 hat Wolfgang Schreier die eindrucksvollen Fotografien zu einem hochaktuellen
Thema gemacht, die er jetzt in Fulda in einer ausgesprochen interessanten
und sehenswerten Ausstellung präsentiert.

Es geht um die Ausgrenzung Obdachloser in der Fuldaer Siedlung „Sandhole“.
„Einige dieser Schwarz-weiß-Fotos entdecke ich im Netzt – herausragende Beispiele
künstlerischer Reportage-Fotografie“, wie Initiator und Kurator dieser Ausstellung,
Helmut Kopetzky, schreibt.

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Fotografien von Wolfgang Schreier, Skulpturen von Alexander Litwinow

Mit Wolfgang Schreier verbindet mich eine langjährige Bekanntschaft
und Wertschätzung. Sowohl während meiner Lehrtätigkeit in Dortmund
in den 1960er Jahren, in denen er mich als „studentische Hilfskraft“ unterstützte*,
als auch später in den vielen Jahren der Zusammenarbeit bei dem Auf- und Ausbau
unserer Agenturgruppe VOK DAMS.

*Nachzulesen in unserer Branchendokumentation
„50 Jahre KommunikationDirekt“ (S.48-50).

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Obdachlosensiedlung „Sandhole“ in Fulda: Fotoarbeiten von Wolfgang Schreier (1967)

„Wolfgang Schreier richtete seine Kamera vor allem auf Menschen aus der Gruppe
der Sinti“ entnehmen wir den Ausführungen des Kurators, „sie mögen Ihn durch
ihre selbstbewusste Haltung besonders fasziniert haben“.

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Entstanden ist ein starkes und aussagekräftiges Dokument der Zeitgeschichte,
dem heute unter dem Aspekt der DSGVO-Diskussion eine besondere Bedeutung zukommt:
Wird es in 50 Jahren derartige Dokumente „künstlerischer Reportage-Fotografie“
unserer aktuellen Flüchtlings-Situation geben?

Fazit:
Die Ausstellung ist unter künstlerischen und dokumentarischen Gesichtspunkten
sehr zu empfehlen und noch bis zum 24.06.2018 in FULDA zu sehen.
Auf die angegebenen Öffnungszeiten sollte man sich nicht unbedingt verlassen.
Eine Terminabsprache erscheint sinnvoll.

 

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Wolfgang Schreier

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18-06-05_Die Stadtzeitung Wuppertal Ausgabe 38
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